C – Johannan – das größere Universum
Der Roman „Johannan“
Der Roman „Johannan“ erzählt die Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Romanfigur, deren Weg sich über mehr als zweitausend Jahre erstreckt. Johannan wurde etwa 180 Jahre vor Christus geboren. Die Handlung setzt rund dreißig Jahre später ein und führt durch zahlreiche Epochen der Menschheitsgeschichte bis in die 1930er Jahre.
Durch einen Gendefekt hört Johannans biologischer Alterungsprozess im Alter von etwa sechzig Jahren auf. Von diesem Zeitpunkt an verändert sich sein Aussehen kaum noch. Unsterblich ist er deshalb jedoch nicht. Er bleibt ein Mensch, der krank werden, verletzt werden und sterben kann.
Diese besondere Eigenschaft vererbt Johannan an seine zwölf Kinder. Auch bei ihnen endet der sichtbare Alterungsprozess im Alter von etwa sechzig Jahren. Im weiteren Verlauf der Familiengeschichte treten sie an verschiedenen Stellen in Erscheinung und eröffnen zusätzliche Perspektiven auf die lange Zeitspanne, die der Roman umfasst.
Johannan ist kein Held im klassischen Sinn. Er verändert die Geschichte nicht, sondern erlebt sie. Als genauer Beobachter gerät er immer wieder in bedeutende Epochen der Menschheitsgeschichte und begegnet Menschen, deren Entscheidungen den weiteren Verlauf der Geschichte prägen.
Über viele Jahrhunderte arbeitet Johannan als Schreiber und Chronist. Seine Fähigkeit, zu lesen, zu schreiben und genau zu beobachten, eröffnet ihm in unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften immer wieder neue Wege. So führt ihn sein Leben unter anderem in den Dienst der Kirche während der Zeit der spanischen Inquisition.
Die Handlung begleitet ihn von den Siedlungen am Toten Meer über Spanien und die Neue Welt bis nach Europa in der Zeit des Nationalsozialismus. Religionen entstehen, Reiche steigen auf und gehen unter, gesellschaftliche Ordnungen verändern sich und Macht wirkt auf die Menschen, die ihr begegnen.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht die großen Herrscher oder Feldherren, sondern die Wahrnehmungen eines stillen Beobachters. Johannan steht nicht im Zentrum der Weltgeschichte und erlebt sie dennoch aus nächster Nähe.
Der Roman verbindet historische Ereignisse mit einer fiktiven Lebens- und Familiengeschichte. Bekannte Epochen werden dadurch nicht aus der Perspektive derjenigen erzählt, deren Namen in den Geschichtsbüchern stehen, sondern aus der Sicht eines Menschen, der über Jahrhunderte hinweg miterlebt, wie Geschichte entsteht.
Die Verbindung zu „Zurück in Vinland“
„Zurück in Vinland“ spielt im selben erzählerischen Universum wie der Roman „Johannan“. Beide Geschichten sind durch die Lebenswege von Johannan und seinem Sohn Asarja miteinander verbunden.
In „Johannan“ beginnt eine Familiengeschichte, die sich über viele Jahrhunderte und mehrere Generationen erstreckt. Ein Teil dieser Geschichte reicht bis in die Welt von „Zurück in Vinland“ hinein und bildet einen größeren Zusammenhang, der über die Handlung des einzelnen Romans hinausgeht.
Dennoch erzählt „Zurück in Vinland“ eine vollständig eigenständige Geschichte und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Die Handlung setzt weder voraus, dass der Leser den Roman „Johannan“ kennt, noch werden die dortigen Ereignisse benötigt, um die Geschichte zu verstehen.
Wer beide Romane gelesen hat, wird im Verlauf der Handlung jedoch Verbindungen entdecken und einzelne Figuren in einen größeren Zusammenhang einordnen können. Diese zusätzlichen Ebenen erweitern die Romanwelt, ohne die eigentliche Geschichte von „Zurück in Vinland“ zu verändern.